Soroptimist International Metropolregion Rhein-Neckar

Gleichberechtigung und Integration

Didaktisches Material für Kursleitungen

„Wie kann die in der Bundesrepublik gelebte Gleichberechtigung von Frauen und Männern den Menschen praxisnah vermittelt werden, die aus Gesellschaften nach Deutschland gekommen sind, in denen andere kulturelle Vorstellungen über den Wert und die Rolle der Frau vorherrschen und in denen es keine Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern gibt?“

Mit dieser Frage beschäftigten sich Vertreterinnen der  10 SI-Clubs aus der Metropolregion Rhein-Neckar (Bensheim/ Heppenheim, Frankenthal, Heidelberg, Landau, Ludwigshafen/ Rhein, Mannheim, Mosbach, Speyer, Weinheim und Worms) bei ihrem Jahrestreffen im Juni 2016 in Speyer.

Am Ende des Treffens stand fest, dass ein Impuls gesetzt war, den eine Arbeitsgruppe verfolgen wollte. Von der ursprünglichen Idee, eine mehrsprachige Broschüre zu entwickeln, wurde im Verlauf der Diskussionen Abstand genommen. Denn viele der Ankommenden müssen sich gänzlich neue Werte und kulturelle Konzepte erschließen. Werte können jedoch nicht einfach wie Wissen „angelesen“ und „erlernt“ werden, sie müssen erlebt, reflektiert und diskutiert werden. Es wurde deshalb ein Modul entwickelt, das sich an Lehrende als Multiplikatoren richtet. Das Modul enthält  Materialien, anhand derer diese zielgruppen- und themenspezifisch in den verschiedenen Deutsch-Orientierungs-oder Eingliederungskursen arbeiten können. Themen, die für das gleichberechtigte Miteinander von Frauen und Männern wichtig sind, werden auf Alltagssituationen heruntergebrochen, denen die Teilnehmenden wahrscheinlich schon begegnet sind und wohl auch immer wieder begegnen. Dabei finden sich nicht nur grundlegende Aussagen zur Gleichberechtigung, sondern vor allem wird das gleichberechtigte Miteinander auf der Verhaltensebene bewusst gemacht und in konkreten Beispielen erarbeitet.

Ein vorläufiger Entwicklungsstand konnte am Rande der JHV 2017 zur Diskussion gestellt werden; die dazu erhaltenen Rückmeldungen und Empfehlungen wurden in das nun vorliegende Dossier eingearbeitet.

Die Themen wurden in 11 Unterrichtseinheiten gebündelt. Den Kursleitungen werden dort Anregungen an die Hand gegeben, wie sie mit den Teilnehmenden über die Alltagssituationen ins Gespräch kommen und wie sie ihnen dabei das gleichberechtigte Miteinander der Geschlechter in Deutschland auf der Handlungsebene erklären können. Die Einheiten können unabhängig voneinander in den Kursen eingesetzt werden, gerade so, wie es die Situation vor Ort als sinnvoll erscheinen lässt.

 

Die Themen der Unterrichtseinheiten

(Dauer konzipiert für je 45- 90 Minuten)

 

 

1.    Gleichberechtigte Behandlung - Frauen und Männer haben die gleichen Rechte

 

2.    Bildung - Bildung ist für alle da

 

3.    Arbeitsleben - Frauen wie Männern stehen alle Berufe offen

 

4.    Öffentliches Leben - Frauen wie Männer können sich im öffentlichen Bereich jederzeit frei bewegen

 

5.    Kleidung und Äußeres - Frauen wie Männer bestimmen frei was sie anziehen und wie sie aussehen wollen

 

6.    Sport - Sport tut allen gut

 

7.    Feste feiern - Deutschland feiert viele Feste

 

8.    Begrüßung - Wie Frauen und Männer sich gegenseitig begrüßen

 

9.    Lebensformen – Wie Frauen und Männer in Deutschland leben

 

10. Frauen und Männer in der Familie

 

11. Gewalt und sexuelle Übergriffe - Frauen, Männer und Kinder haben das Recht auf ein gewaltfreies Leben

 


Die Clubs der Metropolregion stellen das Modul ab sofort Bildungsträgern und Kursleitungen online als Download zur Verfügung und werben somit als Soroptimist International Deutschland dafür, dem Thema Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern bei der Integration der Neuankommenden einen höheren Stellenwert als bisher einzuräumen.

 

 

Wir bitten bei Download um eine Spende für die Projekte von SI Deutschland auf das Spendenkonto des Soroptimist- Hilfsfonds e.V.: Deutsche Bank Mannheim, IBAN: DE83 6707 0010 0040 9003 00

Stichwort: Unterrichtsvorschlag Gleichberechtigung und Integration, Metropolregion Rhein-Neckar

 

 

Download
Didaktisches Material für Kursleistungen
SOR_U-Material_Endfassung090418.pdf
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Wir bitten auch um ein Feedback um das Material zu verbessern unter folgender E-mail Adresse: 

feedback@si-metropolregion.de


Weltfrauentag, 08. März 2017

Verleihung des Helene-Hecht- Preises Literarische Übersetzung

an Sabine Giersberg (Schwetzingen)

in Mannheim, Reiss-Engelhorn-Museen, Zeughaus

 

Bereits zum vierten Mal hatte der Mannheimer FrauenKulturRat den Preis zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in der Kultur ausgelobt, diesmal in der Kategorie literarische Übersetzung.

Am 08. März 2017 war es nun soweit:

Die Stadt Mannheim als Ausrichterin hatte in den edlen Florian-Waldeck-Saal im Museum Zeughaus geladen.  Vor den Augen und Ohren des begeisterten Publikums betteten Studierende der Theaterakademie Mannheim die Preisverleihung in eine sehr passende und anregende Dramaturgie ein; mit musikalischen Elementen, einem „historisch-literarisch- philosophischen Disput zum Übersetzen“ und Lesungen aus Romanen, die die Preisträgerin Sabine Giersberg aus dem Spanischen übersetzt hatte, spannten sie einen Bogen von der Eröffnung über die Ansprachen bis zu einem gelungenen Schlusspunkt.

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz freute sich, neben zahlreichen Stadträtinnen und Stadträten, den Förderern und Preisstiftern auch den Urenkel der Namensgeberin des Preises, Helene Hecht, zu begrüßen; insbesondere erinnerte er an die herausragende Rolle, die Helene Hecht als Mäzenin im kulturellen Leben der Stadt Mannheim spielte, bevor sie im Oktober 1940 als 86-Jährige während ihrer Deportation in das Internierungslager  Gurs (Pyrenäen) verstarb.

In ihrer Ansprache belegte Zahra Deilami, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mannheim, mit schlagkräftigen Zahlen, dass es auch im Jahr 2017 leider noch sinnvoll und notwendig ist, einen solchen Preis zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen zu stiften: Diese ist nachweislich noch immer nicht erreicht.

Dass das literarische Übersetzen eine Kunst ist und als solche den ganzen Menschen fordert, Herz und Verstand, eine hohe Sensibilität, Wortgewandtheit in beiden Sprachen, ein dialektisches Suchen, Reflektieren und Abgleichen verlangt, davon überzeugte Laudatorin Prof. Dr. Eva Eckkrammer (Universität Mannheim) das Publikum. Sie würdigte die Leistung der Preisträgerin Sabine Giersberg, die inzwischen nahezu 40 veröffentlichte literarische Übersetzungen vorgelegt hat:

 „ Mit ihren zahlreichen Übersetzungen literarischer Werke aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas hat Sabine Giersberg viele großartige Schriftstellerinnen und Schriftsteller der deutschsprachigen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dabei hat sie mit ausgeprägtem Sinn für den originalgetreuen Gehalt einerseits und eine geschmeidige lesefreundliche Wortauswahl andererseits meisterhaft geschafft, die wesentliche Botschaft des Textes zu vermitteln. Sabine Giersbergs Ausdauer und ihr leidenschaftliches Bestreben, die Bilder und das Gedankengut der kultur-kollektiven und individuellen Ausprägungen der übersetzten Werke zu vermitteln, verschafft der deutschsprachigen Leserschaft nicht nur Freude sondern auch tiefere Einblicke in die - lesend - bereisten inneren und äußeren Welten. Damit leistet Sabine Giersberg seit über zwei Jahrzehnten einen unverzichtbaren Beitrag zur Übersetzungskunst“.

Das Bild der Fährfrau diente der Preisträgerin in ihrer Dankesrede zur Beschreibung ihrer Arbeit: denn „wir holen das Fremde herüber“; literarische Übersetzer seien Grenzgänger zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Sabine Giersberg liebt ihren Beruf; sie empfindet ihn als eine Mischung aus Handwerk und Kreativität, als eine „Entschleunigung pur“ und das sei, was sie daran so besonders reize. „Man muss sich die Übersetzer als glückliche Menschen vorstellen“, so zitierte die Preisträgerin Albert Camus.

Das Preisgeld (3000€) für den Helene-Hecht-Preis wird ab 2017 von  neun der 10 Clubs aus der Metropolregion Rhein-Neckar finanziert.

Aus der Metropolregion Rhein-Neckar waren 25 Soroptimistinnen angereist, die sich über das würdigende und anspruchsvolle Programm der Preisverleihung freuten. Beim anschließenden geselligen Beisammensein hatten sie Gelegenheit, die Preisträgerin auch persönlich kennenzulernen und mit ihr den Abend auf einem Erinnerungsfoto zu dokumentieren.

HELENE HECHT PREIS 2017

 

WIR STIFTEN DAS PREISGELD

 

Alle zwei Jahre wird in Mannheim der Helene Hecht Preis vom Frauenkulturrat vergeben. Neun der zehn Soroptimisten Clubs der Metropolregion stiften gemeinsam das Preisgeld von 3000 Euro für die Künstlerin. Dieses Jahr wird der Preis in der Kategorie "literarische Übersetzung" verliehen. Die Künstlerin kommt aus der Metropolregion. 

Der Helene Hecht Preis ist benannt nach der Mannheimer Mäzenin Helene Hecht (1854-1949). Als außerordentliche gebildete und kulturell vielseitig engagierte Frau führte sie neben Berta Hirsch den größten Salon in Mannheim und ermöglichte den Austausch zwischen Kulturschaffenden unterschiedlicher Gattungen. Sie starb 86-jährig auf der Deportationsbahnfahrt der badischen Juden in das Lager Gurs in Südfrankreich. 

Ein erstes Kennenlernen zwischen Clubmitgliedern und der diesjährigen Preisträgerin Sabine Giersberg gab es bei einem Sektempfang am Montag den 13. Februar 2017 in Mannheim.

Wir freuen uns auf die Übergabe des Preises am 8. März 2017

von links nach rechts:

Susanne Schönfeldt (Präsidentin SI Club Mannheim)

Sabine Giersberg (Preisträgerin)

Dr. Marianne Vollmer (SI Club Mannheim )

 

Industrie 4.0 # Familie 4.0 - moderne Lebenswelten

Am Samstag , den 15. Oktober 2016 gab es durch die SI Metropolregion im Rahmen der Frauenwirtschaftstage Baden-Württemberg 201, von 10-13 Uhr eine Veranstaltung im Auditorium des Technoseum in Mannheim. Es begrüßte Dr. Stefanie Roth, die Abteilungsleiterin für Öffentlichkeitsarbeit  Technoseum, und es wurden Vorträge gehalten von Delia Schröder, MBA, Dipl.-Soz., Institut für Technologie u. Arbeit e. V., Kaiserslautern und von Dr. Marianne Vollmer, Vollmer Consulting, Mannheim. 

 

SORORES IN FAHRT 

Bundesweite Aktion der Soroptimisten 

Sorores in Fahrt am Rhein entlang Speyer-Germersheim

Wir haben uns an der bundesweiten Aktion „Sorores in Fahrt“ beteiligt um Gelder für die Schule der Flüchtlinge in der Türkei zu sammeln.

Dazu haben wir uns am Hauptbahnhof in Speyer getroffen, manche kamen mit dem Auto mit Fahrradanhänger, manche mit der S-Bahn und manche mit dem Fahrrad an den Bahnhof. 

Es trafen sich dort Clubschwestern aus Frankenthal, Worms, Speyer, Ludwigshafen und Mannheim. Hier seht in uns auf dem Gruppenbild vor dem Bahnhof in freudiger Erwartung der bevorstehenden Fahrradtour.

Unsere Fahrt ging immer am Rhein entlang Richtung Germersheim, was bedeutete in Speyer von der Industriestraße auf einem tollen Fahrradweg entlang dem Berghäuser Altrheinarm, der Insel Flotzgrün Richtung Lingenfeld. Dort sind wir am Haus am See in vorbeigekommen und da wir dachten super in der Zeit zu liegen, haben wir bei anregenden Gesprächen einen Kaffee/ein Getränk zu uns genommen. 

Die Fahrt war sehr schön, keine Straße nur Damm , rundherum Felder und Auwald.

Nach der netten Pause waren wir relativ schnell in Germersheim aber die Fahrt , dann schließlich direkt am Rhein entlang nach Sondernheim hat sich doch noch etwas gezogen, so dass wir erst um 1: 20 Uhr am Treffpunkt Alte Ziegelei ankamen, wo wir von dem Landauer SI Club herzlich begrüßt wurden. Claudia Pfaff hat eine tolle Rede gehalten, wir haben gut gegessen und getrunken und uns sehr gut unterhalten.  Insgesamt eine tolle Aktion, die die  Clubs der Metropolregion wieder näher gebracht hat, da man die Gelegenheit hatte, neue Clubschwestern aus den benachbarten Clubs kennen zu lernen

 

7. Jahrestreffen der Metropolregion Rhein-Neckar 2016

„Gleichberechtigung und Integration“

 

 

Es ist eine gute Tradition geworden, dass sich die 10 Clubs der Metropolregion jedes Jahr zu einem Treffen zusammenfinden, um sich gemeinsam mit einem wichtigen Thema zu beschäftigen.

 

Das 7. Jahrestreffen wurde am 18. Juni vom Club Speyer ausgerichtet und widmete sich dem Thema „Gleichberechtigung und Integration“. Bei dem letzten Jahrestreffen 2015 in Worms hatten wir uns mit dem Thema „Frauen auf der Flucht“ beschäftigt. Das Thema im Jahr 2016 war somit eine Fortsetzung des Migrations-Themas, aber zugleich die logische Konsequenz aus der Tatsache, dass es sich bei den meisten, seit Herbst 2015 nach Deutschland Geflüchteten gar nicht um Frauen gehandelt hat, sondern weit überwiegend um junge, allein eingereiste Männer.

 

Die Männer kommen fast ausschließlich aus islamischen, streng patriarchalischen Gesellschaften, in denen es keine Gleichberechtigung von Frau und Mann gibt. Deshalb betrifft diese Migration uns Frauen in ganz besonderer Weise. Das Thema des Jahrestreffens war deshalb hochaktuell und politisch brisant. Und: Es stellt ein Kernthema für einen Frauenclub dar!

 

In den Sitzungen der Metropolregion hatten wir uns schon im November 2015 gefragt: Wer, wenn nicht wir, soll sich der Fragestellung „Gleichberechtigung und Integration“ annehmen? Wir hatten uns schon damals für dieses neue Metropolregionsthema entschieden, obwohl wir nicht ahnen konnten, in welche Dimension sich die Migration weiter entwickeln würde.

 

Der SI-Club Speyer hatte als Ausrichter des Treffens noch im Dezember 2015 ein erstes Arbeitspapier erstellt, das als Diskussionsgrundlage für eine außerordentliche Metropolregions-Sitzung im Januar 2016 diente. In dieser Sitzung hatten wir weitere Ideen entwickelt und die Grundlagen für das Jahrestreffen 2016 gelegt. Ingrid und Christa aus dem Club Speyer hatten sich anschließend um die thematische Feinarbeit gekümmert und Sabine die organisatorischen Fragen in die Hand genommen. In den regulären Sitzungen der Metropolregion hat Ingrid dann jeweils über den Sachstand berichtet.

 

Auf diese Weise ist nicht nur das Jahrestreffen konzipiert worden, sondern auch ein ambitionierter Plan entstanden. Wir möchten als SI- Metropolregion einen Beitrag dazu leisten, dass die Ankommenden unsere Welt besser verstehen können, insbesondere was die Rolle der Frau anbelangt und wie sich Begegnungen zwischen Frauen und Männern in unserer Kultur gestalten. Unser Ziel ist die Erstellung eines Leitfadens zur „Gleichberechtigung von Frauen und Männern“, denn wir haben festgestellt, dass in den Refugee Guides dieses Thema leider entschieden zu kurz kommt. Um dieses Vorhaben drehte sich das Jahrestreffen 2016.

 

Zunächst begrüßte die Präsidentin des Clubs Speyer, Dr. Beate Pfundstein, die Teilnehmerinnen aus den verschiedenen Clubs und verlas ein Grußwort der Vizepräsidentin von Soroptimist International Deutschland für unseren Bezirk IV, Cornelia Schäffer. Dann führten Ingrid und Christa aus dem Club Speyer mit einem Impulsreferat und einer unterstützenden Power Point Präsentation in die Thematik ein. Nach ersten Fragen und Diskussionen stärkten wir uns in einer Pause mit Kaffee und Kuchen, Getränken und Speyerer Laugengebäck. Anschließend wurden das Thema in Workshops weiter vertieft, die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und das weitere Vorgehen besprochen. Spontan haben sich sieben Sorores gemeldet, die sich zusammen mit Ingrid und Christa an der Weiterbearbeitung des Guides beteiligen wollen.

 

Nach einem interessanten Nachmittag unter dem soroptimistischen Motto „Bewusstmachen – Bekennen – Bewegen“ verabschiedete die Präsidentin die Teilnehmerinnen, dankte für die anregenden Diskussionen, die aktive Mitarbeit in den Workshops und versprach, in der nächsten Metropolregion-Sitzung ausführlich über das gelungene Jahrestreffen zu berichten. 

Übergabe von Menschenrechtstafeln

 

Am 10. Dezember 2017 haben einige Clubs der Metropolregion an Schulen Menschenrechtstafeln aufgehängt, um an diese zu erinnern und zu ermutigen für diese einzutreten. Anbei die aktuellen Zeitungsartikel der verschiedenen Regionen: